Bildrestaurierung: Ölbild von F.Mathieu 1923
Das mir zur Restaurierung übergebene Ölbild weist in der
Leinwand einen ca. 3cm großen, leicht nach hinten gewölbtem Riss auf. Der
Schaden wurde durch einen fallenden Bilderrahmen ausgelöst. Eine Ecke des
Rahmens traf das an der Wand angelehnt stehende Bild.
Die Rissstelle wurde bereits mit einem rückseitig
aufgeklebten Leinenstück gesichert. Hierbei wurde jedoch eine plane Ausrichtung
der Rissenden nicht beachtet. Das Firnis ist sehr vergilbt und muss entfernt
werden. Nach Abtragung des aufgeklebten Leinengewebes von der Rückseite führe
ich zunächst eine Säuberung der Bildoberfläche durch. Nach Abtragung des
aufgeklebten Leinengewebes von der Rückseite führe ich zunächst eine Säuberung
der Bildoberfläche durch. Das vergilbte Firnis lässt sich gut entfernen und die
ursprüngliche Farbe tritt wieder beeindruckend zu Tage. Die dargestellten
Bilddokumente zeigen einen Bildausschnitt jeweils zur Hälfte gereinigt.
Interessant sind auch die Farbverunreinigungen im Bereich
der Rahmenfalz. Offensichtlich wurde das Bild direkt nach der Entstehung mit noch
feuchter Ölfarbe in den Rahmen gelegt, aus ungeklärtem Grund herausgenommen, um
180° gedreht und wieder gerahmt. Nur so sind die nicht zum Bildausschnitt
passenden Farbabdrücke im Randbereich zu erklären.
Nach Abtragung der vergilbten Schichten erfolgt eine
Glättung der Leinwand im Rissbereich. Rückseitig kann ein Leinwandflicken aufgebracht
und die substanziellen Defekte der Ölfarbe wieder ausgeglichen werden. Nach
einer Trockenzeit von 3-4 Wochen kann ich mit einer Angleichung der Farbe in
bewährter Methode mittels der mir vorliegenden Farbpigmente beginnen.
Ein abschließender neuer Firnisauftrag schließt die
Restaurierung ab.